Romeo and Juliet, 1593.
Von William Shakespeare
Julia: O Romeo! warum denn Romeo? Verleugne deinen Vater,deinen Namen! Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten, undich bin länger keine Capulet!
Dein Nam’ ist nur mein Feind. Du bliebst du selbst, und wärst du auch kein Montague. Was ist denn Montague? Es ist nicht Hand,nicht Fuß, nicht Arm, noch Antlitz, noch ein andrer Teil. Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften; so Romeo, wenn er auch anders hieße, er würde doch den köstlichen Gehaltbewahren, welcher sein ist ohne Titel. O Romeo, leg deinen Namen ab und für den Namen, der dein Selbst nicht ist, nimm meines ganz!
Romeo : Ich nehme dich beim Wort. Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft und will hinfort nicht Romeo mehrsein.
Julia: Wer bist du, der du, von der Nacht beschirmt, dich drängst in meines Herzens Rat?
Romeo: Mit Namen weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin. Mein eigner Name, teure Heil’ge, wird, weil er dein Feind ist, von mir selbstgehaßt. Hätt’ ich ihn schriftlich, so zeriss’ ich ihn.
Julia: Mein Ohr trank keine hundert Worte noch von diesen Lippen, doch es kennt den Ton. Bist du nicht Romeo, ein Montague?
Romeo: Nein, Holde; keines, wenn dir eins mißfällt.






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